Der Kaffee reitet auf Wellen

Mit diesem Wissen punktest du beim nächsten Kaffeekränzchen!

Der aromatische Geruch von frisch gebrühtem Kaffee am Morgen ist alltäglich und essenziell für die meisten Menschen in Europa. Dabei können wir uns unseren Lieblingskaffee zubereiten, wie es uns gerade gefällt. Das war jedoch nicht immer so. Erst vor einem knappen Jahrhundert wurde Kaffee in seiner klassischsten Form, dem Filterkaffee, einer breiten Masse zugänglich – und bekommt seitdem schubweise mal mehr, mal weniger Aufmerksamkeit in der Gesellschaft.

Wo genau das erste Mal Kaffeebohnen entdeckt und angebaut wurden, ist umstritten. Experten gehen aber davon aus, dass der Ursprung der aufweckenden Frucht in Äthiopien liegt. Anders verhält es sich bei der Verbreitung der Bohne und des dazugehörigen Getränks in alle Welt. Hier ist einiges bekannt: Alles begann in der jemenitischen Hafenstadt Mokka. Die Jemeniter verstanden es damals, einen breiten Markt für den Gewürzhandel zu pflegen und neue Produkte auf neu geschaffenen Handelsrouten ausfindig zu machen. So fanden sie auf ihren Reisen auch die Kaffeebohne und förderten den Anbau in ihren heimischen Gebieten. Von Mokka aus, wo sich viele christliche, jüdische und islamische Händler tummelten, wurde die exotische Bohne dann in die ganze Welt verschifft.

Die erste Welle des Kaffeekonsums

Dabei war die Kaffeebohne zunächst ein absolutes Luxusgut. Laut dem deutschen Historiker Dr. Ulf von Morgenstern hat das eine völlig neue Dimension des Essen und Trinkens nach Europa gebracht. Getränke waren zuvor entweder reine Zweckgetränke zum Durstlöschen wie Wasser oder Bier oder Luxusgetränke wie Wein oder Brände. „Aber ein nichtalkoholisches Genussgetränk war völlig unbekannt“, weiß er. Im 19. Jahrhundert änderte sich das, was maßgeblich durch zwei Entwicklungen bedingt wurde:

  • Das Angebot stieg durch die beginnende Massenproduktion auf den Kaffeeplantagen in Südamerika
  • Durch die Industrialisierung gelangten mehr Bevölkerungsschichten zu Wohlstand, insbesondere die Arbeiterschichten profitierten davon

In Deutschland hatte sich die Kaffeebohne sogar zunächst noch gegen den Getreidekaffee, also einen Ersatzkaffee durchzusetzen. Das erhöhte Angebot der Kaffeebohnen sorgte plötzlich dafür, dass die heimischen Gerste- und Malzproduzenten Probleme bekamen – ihnen brachen die Erlöse weg. Gelöst wurde dieses Problem durch den preußischen Staat, der den Import und Verkauf von Kaffeebohnen beschränkte und stark besteuerte. So blieb der aus Kaffeebohnen gewonnene Kaffee bis in die 1950er Jahre zunächst ein Gut für besondere Anlässe und Sonntage.

Die zweite Welle – Filterkaffee wird abgelöst

Etwas früher, nämlich 1908 entwickelte Melitta Bentz etwas, was den Kaffeemarkt revolutionieren sollte. Mit Hammer und Nagel durchlöcherte sie einen Messingtopf und legte Löschpapier aus den Schulheften ihrer Söhne hinein. Der weltweit erste Kaffeefilter war geboren! Auf diese Weise wurde Kaffee für noch mehr Menschen zu einem Genussgetränk, da man den Kaffeesatz nicht mehr in der Tasse hatte. Erst deutlich später wurde der Filterkaffee, der bis dato Lieblingskaffee der Deutschen,  durch neue Kreationen abgelöst. Denn in den 1980er Jahren wird die Kaffeekultur mobil. Der englische Begriff „To Go“ breitet sich immer weiter aus und Kaffeeketten wie Starbucks erobern von Amerika aus die Welt. Kaffee zubereiten und trinken muss schnell gehen. Genauso sind Kapsel- oder Kaffeepad-Maschinen sehr auf dem Vormarsch. Seinen Kaffee ohne Mühe zuzubereiten und in den entsprechenden Plastik- oder Pappbechern mitzunehmen war cool und entsprach dem Lifestyle.

Die dritte Welle – Back to the Basics

Nespresso und Starbucks sind sicherlich zwei der großen Gewinner dieser Bewegung. Der mobile Kaffeegenuss hat jedoch nicht nur positive Seiten. Enorme Massen an Müll, insbesondere Plastik wurden produziert und sind nicht bzw. nur schlecht recyclebar. Die Wiederaufbereitung erfordert viel Energie und ist noch immer nicht optimal umsetzbar. Zudem sind viele Menschen gestresst vom Arbeitsalltag und hetzen mit ihrem Kaffee mehr oder weniger durch die Gegend. Immer mehr erhoffen sich endlich Entschleunigung und Entspannung – und haben diese in der dritten Welle des Kaffeegenuss gefunden!

Diese dritte Welle begann in Amerika bereits in den 90er-Jahren und schwappte erst mit einiger Verspätung nach Deutschland über. Im Fokus steht hier die Rückbesinnung auf die Grundzüge der Kaffeezubereitung, wie die Handfiltration oder auch das French Press-Verfahren. Es ist den Menschen wieder wichtig, sich Zeit für die Zubereitung und den anschließenden Genuss zu nehmen, besondere Aromen wahrzunehmen und dabei zu entspannen. Auch der ökologische Faktor kommt nicht zu kurz: Mehr und mehr Menschen achten auf den fairen und nachhaltigen Umgang hinsichtlich Anbau, Handel und Vertrieb Ihrer Lieblingsbohnen. Das Interesse und das Wissen rund um das allseits beliebte Getränk Kaffee wächst immer weiter. Du gehörst auch zu diesen Menschen und willst mehr erfahren? Dann werden dich diese Themen vielleicht auch interessieren:

Quellen:

o. V. (2019): Die Geschichte von Kaffee. Quelle: Web. URL: https://www.coffeecircle.com/de/e/kaffee-geschichte
o.V. (2017): Third Wave Coffee – Was steckt hinter der dritten Kaffeewelle? Quelle: Web. URL: https://kaffeeklingler.de/third-wave-coffee-was-steckt-hinter-der-dritten-kaffeewelle/20171109/b-60.html
o.V. (2017): Kaffee-Kultur: Die drei Wellen des Kaffeekonsums. Quelle: Web. URL: https://www.kochbar.de/cms/kaffee-kultur-die-drei-wellen-des-kaffeekonsums-2106849.html

Filterkaffee, Kaffee, Kaffeebohne

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